Erbach im Rheingau-Taunus-Kreis war eine selbstständige Zivilgemeinde, bis es durch die Gebietsreform im Jahr 1977 zu einem Stadtteil von Eltville wurde. Etwa 3600 Menschen leben in Erbach, davon sind knapp 1700 Katholiken. Zu dem Gebiet von Erbach gehören auch das ehemalige Zisterzienserkloster Eberbach und die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Eichberg.

Kirche St. Markus in Erbach von der östlichen Seite aus fotographiert.
Kirche St. Markus in Erbach

Die Landschaft ist geprägt durch das liebliche Zusammenspiel des Rheinflusses, der an den südlichen Hängen des Taunus bewirtschafteten Weinberge und den bewaldeten Höhenlagen. Neben den traditionsreichen Weinbaubetrieben und einer intakten dörflichen Struktur hat die Moderne und das städtische Leben Einzug gehalten. Viele Menschen pendeln zur Arbeit in das Rhein-Main-Gebiet, viele Menschen kommen von dort, um die Idylle und das touristische Angebot zu nutzen. Entsprechend groß ist die Nachfrage nach Siedlungsflächen und dem Ausbau der Infrastruktur und Verkehrswege.

In diesem Spannungsfeld bemüht sich die hier beheimatete katholische Gemeinde Sankt Markus darum, den Menschen "Gottes Kraft, seine Nähe und Liebe" erfahrbar zu machen. So wurde es bereits in einem durch den damaligen Pfarrgemeinderat anlässlich des Zusammenschlusses im pastoralen Raum Eltville entwickelten Leitbild ausgedrückt und auch in die Fusion zur Pfarrei Neuen Types St. Peter und Paul, Rheingau hineingetragen. Dieses Leitbild baut auf den vorhandenen Charismen und Strukturen auf, soll aber auch in die Zukunft wirken. "Mit wachem Blick und offenen Ohren wollen wir die Nöte, Ängste und Sorgen der Menschen in unserem Umfeld wahrnehmen und konkrete Hilfe leisten, so gut wir können."

Die Gemeinde ist mit der KiTa vernetzt, wo sich die ErzieherInnen bemühen, den anvertrauten jungen Menschen Gottes frohe Botschaft und die daraus abgeleiteten Werte nahe zu bringen. Es gibt eine gute Zusammenarbeit mit der Sonnenblumenschule und einen regen Kontakt mit dem Bethanien Kinderdorf auf der Marienhöhe. Unsere Gemeindemitglieder nutzen die Gottesdienstangebote im Kinderdorf, umgekehrt besuchen Konvent und Familien des Kinderdorfes unsere Eucharistiefeiern. Parallel zu den Eucharistiefeiern bieten engagierte Eltern Kinderwortgottesdienste an. Wir sind stolz, dass sich in unserer Gemeinde viele Kinder nach ihrer Erstkommunion für den Messdienerdienst begeistern können. Zahlreiche Jugendliche und Messdiener engagieren sich in ihren Weihnachtsferien für die Sternsingeraktion und solidarisieren sich so mit den Menschen in den ärmeren Ländern der "Einen Welt".

Skulptur des Hl. Sankt Markus sitzend und nach links gewandt in seinem Evangelium blätternd. Schräg rechts hinter ihm sitzt ein kleiner Löwe auf einem Sockel.
St. Markus Skulptur

In unseren Gottesdiensten möchten wir die "Freude am Herrn" (Neh. 8,10) zum Ausdruck bringen. Das gelingt in den Formen der Liturgie, aber auch durch lebendige Mitgestaltung des Kirchenchores oder der Familienschola. Unsere Kommunionhelfer bringen den Herrn zu den Kranken nach Hause oder in die beiden Altenheime, das Franseckystift und das Haus Wilhelmine. Die Caritas-Gruppe besucht die kranken Gemeindemitglieder und unsere Senioren zu Geburtstagen.

Im ökumenischen Mittwochclub treffen sich die Senioren zu einem unterhaltsamen Programm, Ausflügen und Gottesdiensten. Die gesamte Gemeinde findet großen Gefallen an der Fassenacht im Pfarrzentrum.

Ein Förderverein St. Markus hat sich gegründet, um unabhängig von den anstehenden Strukturreformen, die verschiedenen Angebote in der Gemeinde aufrechterhalten zu können.

Die Kirche wurde 1477-1506 errichtet und zeigt sich nach einem 1749 abgeschlossenen Umbau und der Wiederherstellung des Turmes im Jahr 1903 dem Besucher in der heutigen Form. Im Kircheninneren findet sich die kunsthistorisch wertvolle spätgotische Skulptur des heiligen Markus, dessen Patrozinium seit 1281 beurkundet ist.